Zwischen Sorge und Freude
Ein Gedicht aus dem Tiny Kingdom über das Leben im Moment
Ich bringe ihn dorthin,
seine kleinen Pfoten zittern,
er atmet schneller,
seine Augen weit offen und voller Fragen:
Warum? Warum schon wieder?
Er ruft nach mir, ohne Worte,
verwirrt und voller Angst, verloren.
Und ich, mit einem Herzen, das zehntausend Tonnen wiegt,
lasse ihn dort zurück,
als könnte ich das wirklich …
Wenn ich ihn abhole, ist es, als wäre nichts gewesen.
Er frisst seine Leckerchen und Leberwurst,
seine Augen weich und zufrieden,
als hätte es den Sturm nie gegeben.
Aber zu Hause, zusammen auf dem Sofa,
spüre ich wieder, wie zerbrechlich die Zeit ist.
Die Tränen kommen,
von selbst,
nicht aufzuhalten.
Aber dann denke ich an den Strand,
an den Tag, an dem er rannte,
als seine Welt aus Wind und Sand bestand,
als er mit seinem ganzen kleinen Körper lachte.
Wie kann ich so traurig sein,
wenn er so voller Leben ist?
Wie kann ich mich fragen, ob er glücklich ist,
wenn seine Augen noch immer vor Freude funkeln?
Jetzt liegt er hier und atmet leise,
sein Kopf liegt in meiner Hand.
Die Leckerchen und die Träume haben ihn beruhigt.
Er lebt noch immer so,
wie ich gehofft hatte, selbst einmal zu leben:
ohne Angst,
ohne Zeit.
Und ich bleibe hier,
zwischen meinen Sorgen
und seiner Freude gefangen.
Von ihm lerne ich immer wieder,
was Liebe ist:
festhalten, indem man loslässt.